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Hamburg -> Berlin Bild-Detailansicht

11. Juli 2017

Ihr Lieben,
Hamburg war alles. Die Schauspielschule hat mich gelehrt, richtig auf der Bühne zu sprechen, meine eigenen Rollen zu entwickeln, mutig zu sein. _Innen hat mich ermutigt, kritisch zu denken, über Themen wie Frauenrechte zu sprechen und auf die Straße zu gehen, um mit selbstgebastelten Schildern zu demonstrieren. Die Menschen in Hamburg haben mich mehr und mehr an das Nachhaltigkeitsthema heran geführt. Sie haben mich mit ihren Gedanken und Ideen inspiriert. Hin zu weniger und bewussterem Konsum, mehr Solidarität, zusammen stehen und gemeinsam Dinge auf die Beine stellen. Hamburg heißt für mich, den Schritt zu gehen zum ersten Mal mit dem Partner zusammen zu ziehen, sich einzurichten, ein Nest zu bauen. Hamburg heißt, das erste Mal einen konkreten Kinderwunsch zu spüren, wenn ich die schwangeren Frauen in Eppendorfs Cafés sitzen sehe. Hamburg: Dem Settlen ganz nahe. Dem sich aus allem Rausziehen und dieser verrückten Branche in Berlin oder sonst wo auch mal den Rücken zu kehren und mein eigenes - unser eigenes - Ding zu machen. 

Einerseits. Auf der anderen Seite gab es da diesen unüberwindbaren Drang nach Freiheit, nach Neuem, nach Berlin. In die Großstadt zu ziehen, in die ich mich nie getraut hatte. So richtig, mit allem drum und dran. Vielleicht aus Angst vor zu viel Unverbindlichkeiten, aus Angst am Ende, doch alleine in der Wohnung zu sitzen, mit drei offenen Whatsapp Fenstern. Auf Antwort wartend, was Freitagabend noch so geht… Aus Angst vor Menschen, die mich uncool finden, weil ich keine Drogen nehme. "Nein, noch nicht mal Koks!" Die einen ganz anderen Film fahren, bei dem ich nicht mitkomme, in dem ich nicht vorkomme. Ja, sogar aus Angst vor Slang und Style, Angst vor dem Gefühl nicht dazu zugehören, nicht cool genug zu sein, dass mir aus meiner frühen Jugend noch vertraut ist. Jetzt bin ich da und es ist auch ein bisschen so. Die coolen Kids hören Rap und Hiphop und ich verstehe nur Bahnhof und lege zu Hause heimlich Michael Bublé auf und google Wörter wie wack. Weil ich nicht weiß ob sie für etwas Positives oder Negatives stehen.

Aber ich musste es wagen, noch einmal raus zu gehen, aus allem. Nochmal ganz für mich zu sein, das Risiko einzugehen, mit gebrochenem Herzen, Depression und Nutellabroten an die Tiefen meines Ecksofas gefesselt zu sein. Oder eben nicht und von Nacht zu Nacht zu schwärmen. Sich von Abenteuer zu Abenteuer zu hangeln, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein, für meinen Beruf, der so wenig Planung zulässt und so viel Verständnis fordert. Spontan sein zu können, heute zu entscheiden, wohin ich morgen reisen will. Mich von einer kreativen Wolke zur nächsten Idee tragen zu lassen. Verrückt und groß zu Denken, ohne Bremse, ohne jemanden, der einen auf den Boden der Tatsachen holt. Ich bin Träumerin und verbringe auch gerne mal ein Wochenende ganz allein in meiner Wohnung. Dann höre ich Musik und stöber in alten Kalendern und Kisten, fern von jeglichen gesellschaftlichen Konventionen, wie Sonntags unbedingt zum Brunch mit einem befreundeten Paar rausgehen zu müssen. 

Jetzt bin ich in Berlin angekommen. Und bei meiner Einweihungsparty haben die Berliner alle Klischees und meine Ängste wiederlegt. Es kamen genauso viele Freunde, wie es bei Facebook Zusagen gab. Eine Sensation! Sie halfen beim Auspacken, brachten Geschenke mit, waren so offen und lieb zu einander, dass ich einfach nur beseelt auf meinem Teppichboden rumlag und alle abküssen wollte. Danke für diesen warmen Empfang. Ich habe mich heimelig gefühlt. Ab Tag eins! 

Ich sitze auf meinem Fensterbrett, gucke auf die wuselig belebte Bar gegenüber, höre den verschiedenen Sprachen zu, die unter meinem Fenster aufeinander treffen und habe keine Angst mehr. Weder vor dem Alleinsein, noch vor dieser riesigen, wunderbaren Stadt. 

Alles Liebe, 
Marie 

P.S. Habt Ihr noch Tipps, wie man nachhaltiger umziehen kann? Als ich mich informiert habe, bin ich auf Turtlebox gestoßen. Und auch wenn ich bei dem Thema nicht an grüne Plastikboxen gedacht hätte, ist das eine tolle Alternative zu Umzugskartons aus Pappe. Die gehen ja erfahrungsgemäß oft beim ersten Umzug kaputt oder verrotten auf dem Dachboden. Die Turtleboxen könnt Ihr euch ausleihen, solange Ihr sie braucht. Das Unternehmen liefert bzw. holt sie wieder ab und nutzt sie für den nächsten Umzug. Denn die Boxen halten gut 200 Umzüge durch und der Kunststoff ist danach zu 100% recycelbar. Außerdem greifen die Boxen so gut ineinander, dass während der Fahrt fast nichts verrutschen oder umkippen kann. So geht weniger kaputt, was neu gekauft werden müsste. Und wenn ihr die Boxen doch zum Lagern haben wollt, könnt ihr diese nach dem Umzug einfach kaufen und direkt behalten. Vielen Dank an Turtlebox, dass ich die Boxen kostenlos testen durfte. Weiterhin möchte ich mich bei Move24 bedanken, die mir mit einem Team aus Packern beim Umzug ordentlich unter die Arme gegriffen haben.

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Photo Credits: Norian Schneider

Weitere Infos zu Turtleboxen findet Ihr auf der Homepage & auf Facebook.

#turtlebox #besseralsumzugkartons

Anmerkung: Die Turtleboxen wurden mir für den Umzug umsonst zum Testen zur Verfügung gestellt. 

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