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4. Oktober 2019

Hallo ihr Lieben,
nach fast drei Jahren Arbeit an Fairknallt geht heute der hundertste Look online. Normalerweise zeige ich euch viele Klamotten aus aktuellen Kollektionen, die es zu kaufen gibt. Ich kaufe mir diese Klamotten natürlich nicht alle selber, sondern leihe sie meistens von Firmen für die Shootings aus. Ich möchte euch mit diesen immer neuen Fashion Looks natürlich auch nicht dazu aufmuntern, euch jede Woche neu einzukleiden. Aber die Mission meines Blogs ist es, euch zu inspirieren und aufzuzeigen, wie cool und stylisch faire Mode aussehen kann. Und euch damit auch dazu motivieren, lieber in ein teures, qualitativeres, nachhaltigeres Piece zu investieren, anstatt ständig in Fast Fashion Geschäften zuzuschlagen. Für Look 100 habe ich mir etwas besonderes überlegt. Heute zeige ich euch kein einziges Kleidungsstück, dass es aktuell zu kaufen gibt. Sondern Schätze aus meinem Kleiderschrank, die mich seit mindestens zehn Jahren treu begleiten.


Denn diese Lieblingsteile, die mir schon so lange Freude bereiten, haben, wie ich finde, auch eine Plattform verdient. Und vielleicht inspiriert euch dieser Post ja dazu, nochmal an eure Garderobe zu gehen und das ein oder andere, ältere Teil wieder mit neuen Augen zu sehen. Wertschätzen und pflegen macht Spass, aber vor allem, eine Geschichte über ein Kleidungsstück erzählen zu können. Und hier kommen meine zehn Geschichten. Ach ja und das ist übrigens der einzige Post in dem ihr Kleidungsstücke seht für dessen fairen Entstehungsprozess ich nicht die Hand ins Feuer legen kann. Ich werde die Marken nicht nennen, da ich keine Werbung machen möchte. Aber ihr wisst ja, jedes Kleidungsstück, dass so lange getragen wird, bis es auseinander fällt, ist vielleicht nicht unbedingt fair und nachhaltig produziert, aber immer noch besser, als ein neu gekauftes Teil.

Starten wir mit diesen Lederschuhen. Seit ich 16 Jahre alt bin, gehe ich auf Festivals. Und diese Stiefeletten haben auf - ich glaube - keinem dieser Festivals gefehlt. Stundenlanges Rumgestampfe und Abgezappele haben sie mitgemacht und mich immer ohne Fußschmerzen abends auf meine Isomatte fallen lassen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Als Teenagerin habe ich Vintage Mode für mich entdeckt. Erstaunlicherweise sind meist Second Hand erstandenen Teile, die die am längsten in meinem Kleiderschrank bestehen. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass man sie besonders wertschätzt, weil sie einzigartig sind und man sich beim Fund so gefreut hat. Oder ob sie sich mit ihrem Design oft jeglichen Trends entziehen und dadurch automatisch zeitlos sind. Oder vielleicht bestehen sie besonders lange, weil die Qualität so gut ist, dass sie einen Vorbesitzer schon überlebt haben. Ich weiß es nicht, ich liebe nach wie vor dieses schwarze samt T-Shirt, dass ich vor zehn Jahren in einem Second Hand Shop in Paris gekauft habe.

Das älteste Kleidungsstück in meinem Kleiderschrank ist diese rote Mütze, die ich als Kind heiß und innig geliebt habe. Mit ihr habe ich damals entdeckt, dass mir Kopfbedeckungen stehen und bin seitdem ein großer Fan von Mützen und Hüten. Damals habe ich sie noch umgekrempelt getragen und sie war immer noch viel zu groß. Heute kommt sie zwar nicht sonderlich oft zum Einsatz, aber niemals würde ich sie hergeben, weil sie mir das Gefühl von Kindsein und Entdecken für einen kurzen Moment zurück gibt.

Diesen Klassiker, ein dunkelblaues Polokleid, habe ich vor langer Zeit meiner Mom stibitzt. Ich war nie ein Fan von Marken und Poloshirts. Und den Kragen aufzustellen fand ich immer affig. Ich liebe es aber bis heute, in der Mode mit Klischees ironisch zu spielen und sie zu brechen und zum Beispiel das Polokleid mit Raver-Sonnenbrille zu kombinieren. Mein Gegenüber hat so also keine Chance meinen Look in einen sozialen Code zu übersetzen. Ist sie nun Raverin oder reiches Tenniskind?!

Ein super Schal ist das. Ebenfalls von meiner Mom. Ich kenne Fotos von ihr aus den frühen 90ern (sehen aber aus wie aus de 80ern), wie sie diesen Schal um den Hals und mich als Baby auf dem Arm trägt. Das Muster ist absolut zeitlos. Und am liebsten ziehe ich ihn vor Weihnachten an. Wenn ich im Zug nach Hause Richtung München fahre. Da stimmt mich der Schal schon mal auf das ein, was kommt: Familie.

Die Marke dieser Hose darf ich ausnahmsweise sogar nennen: *Filippa K. Dass die fair sind und mal mein Lieblingslabel werden, wusste ich vor zehn Jahren noch nicht. Damals war ich nur für ein Store Event gebucht und durfte mir ein Outfit zusammenstellen und behalten. Ihr klassischer, lässiger Schnitt ist absolut zeitlos. Wenn ich mal weniger gewogen habe, habe ich sie auf Hüfte getragen, wenn ich mal etwas mehr auf den Hüften hatte, trug ich sie einfach als Taillenhose und meistens irgendwas dazwischen. Sie diente bei zahlreichen Businessreisen als perfekter Jogginghosenersatz. Gerade, wenn man eben öffentlich ungern Jogginghose trägt, wie ich und es trotzdem gerne bequem hat. Danke Hose!

Von meiner Großmutter habe ich diese Handtasche geerbt. Aber nicht nur die, sondern auch eine klassische Chanel in schwarz. Also im Prinzip exakt die Gleiche nur mit Logo. Da ich mir nichts aus Marken mache, verkaufte ich damals die Chanel (ich konnte nie verstehen, wie man so viel Geld für ein Logo auf einer Tasche ausgeben kann) und behielt diese schlichte. Was ich mit dem Geld gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich bin ich ausgegangen, tanzen. Diese Tasche hat mich auf jeden Fall schon durch eine Menge durchtanzte Nächte gebracht und hat glücklicherweise immer wieder den Weg nach Hause gefunden.

Dieser Londoner Hut hat schon bessere Zeiten gesehen. Aber irgendwie auch kein Wunder, wenn man ihn zehn Jahre lang zu jedem Sommerurlaub im Koffer transportiert hat oder er lose in Gepäckablagen von Koffern zerdrückt wurde. Wird Zeit, ihn mal zum Hutmacher zu bringen, damit er mich noch viele Jahre begleitet. Wenn ich im Sommer mit meinem Dad Urlaub mache, leiht der ihn sich übrigens gerne mal aus und schießt dann Selfies von sich, die er später als Profilbild bei Whatsapp hochlädt. Denke, das spricht für meinen Hut.

Im Laden hätte ich dieses bunte Sommerkleid wohl gar nicht erst anprobiert, es entspricht gar nicht so ganz meinem Geschmack. Aber als ich die ausgemisteten Altkleidersäcke meiner Mutter durchwühlte, blieb ich an diesem bunten Fummel hängen. Ich zog es an und es glitt wie eine zweite Haut über meinen Körper. Es passte perfekt, fühlte sich angenehm leicht und kühl an und schmeichelte meiner Figur. Auf der Straße dann der Woweffekt. Immer wieder bin ich erstaunt, wie es mit den Knallfarben Rot und Pink Blicke auf sich zieht. Und je heißer es jeden Sommer wird, desto froher bin ich darüber, dass ich dem Kleid damals eine Chance und ein neues Leben gegeben habe.

Es gibt keinen anderen Mantel, den ich öfter getragen habe, als diesen hier. Vor etwa zehn Jahren durfte ich ihn im Rahmen eines Shootings behalten. Er gefiel mir damals schon gut und ich wusste, dass er mir steht, aber nie hätte ich gedacht, dass er mich Jahr für Jahr wieder glücklich machen wird. Auch wenn immer wieder mal ein neuer Mantel in meinen Kleiderschrank einzieht, greife ich am Ende doch wieder zu diesem hier. Einfach weil der klassische, britische Schnitt und das schlichte Dunkelblau einfach immer, IMMER geht.

Das waren sie, meine zehn, zehn Jahre alten Lieblingsteile. Erstaunlich, dass sich diese alle in der gleichen Farbfamilie aufhalten. Schwarz, Dunkelblau und Rot scheinen wohl Farben zu sein, die mir immer gefallen und stehen. Auch ein interessantes Learning für mich, vielleicht beim nächsten Kleiderkauf etwas genauer auf die Farbe zu achten. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch Geschichten zu euren Lieblingsteilen? Ich bin gespannt sie zu lesen und freue mich jetzt auf die nächsten 100 Looks.

Alles Liebe,
Marie

Photo Credits: Nikk Martin
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