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Wählst du noch oder warst du schon?

Wählst du noch oder warst du schon?

24. Mai 2019

Am Sonntag ist es soweit. Dann werden wir wissen, wie sich das neue EU-Parlament zusammensetzt und wie die politische Ausrichtung unseres Kontinents für die nächsten fünf Jahre aussehen wird. Und es werden entscheidende fünf Jahre sein. Darum ist mein Appell an euch: wenn ihr noch nicht - wie ich per Brief - gewählt habt, geht bitte am Sonntag zur Wahl und verschafft euer Stimme Gehör!

Warum? Weil wir das erste Mal in der Geschichte der Menschheit vor einer Krise stehen, aus der wir nicht lernen können, um sie in Zukunft zu verhindern. Aber erstmal einen Schritt zurück. Die europäische Gemeinschaft und ihre wirtschaftliche und soziale Erfolgsgeschichte ist ein Lernprozess aus Jahrhunderten von immer wiederkehrenden nationalstaatlichen Konflikten und den zwei daraus resultierenden Weltkriegen. Es entstand die Idee, die Entwicklung der europäischen Wirtschaft so voneinander abhängig zu machen, dass Zusammenarbeit und Frieden allen mehr bringt, als Egoismus. Und obwohl dieses Projekt voll mit Fehlern, Bürokratie und Lobbyismus ist, ist es einzigartig in der Geschichte. Diese Zusammenarbeit von Staaten hat dazu geführt, dass ich und wir alle in einem Europa aufgewachsen sind, indem Frieden und Stabilität der Normalzustand ist.

Dieser Zustand hat gerade in den letzten Jahren viele Risse bekommen. Vielleicht weil wir Demokratie und ihre Vorteile als selbstverständlich wahrnehmen und der Fokus mehr auf ihre Schweirigkeiten gelenkt wurde. Populistische Strömungen versuchen Stimmung gegen Europa zu machen. Sie streuen Vorurteile und Hass und haben keine besseren Lösungen parat, als diejenigen, die über Jahrhunderte immer wieder in Kriegen endeten. Ich verstehe alle, die die Fehler in Europa sehen und frustriert davon sind, aber Demokratie hat eben Fehler. Das hat niemand treffender formuliert als Winston Churchill, als er sagte:

"[...]democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time."

Darum ist es umso wichtiger wählen zu gehen und den Politikerinnen und Politikern eure Stimme zu geben, die Europa reformieren und besser machen wollen.

Die Wissenschaft ist sich einig, dass uns noch zehn Jahre bleiben, um einen nicht umkehrbaren Klimawandel zu verhindern. Also einen Klimawandel, der nicht bleibend ist, sondern sich durch Prozesse immer weiter verschlimmert und das Potenzial hat, Teile des Planeten für Menschen unwirtlich lassen zu werden. Was folgen würde, wären weitere wirtschaftliche Krisen, Fluchtbewegungen und Kriege um Ressourcen.

Der Klimawandel ist ein weltweites Problem, das niemand alleine lösen kann. Darum ist es wichtig, dass die EU mit geschlossener Stimme handelt.
Ich für mich weiß, welche Parteien sich den Klimawandel auf die Agenda geschrieben haben, aber ich möchte euch nicht in eine Richtung beeinflussen. Demokratischer ist es, wenn ihr euch selbst informiert. Dazu gibt es natürlich die Parteiprogramme, Tageszeitungen, zahlreiche Sendungen im Fernsehen und natürlich Internettools. Da der Wahl-O-Mat in den letzten Tagen offline war und nicht vollständig verfassungskonform ist, verlinke ich euch mal einige Alternativen wie ausgewaehlt.eu und den Voteswiper.

Ich weiß, europäische Politik scheint oft weit entfernt und abstrakt, darum habe ich mich auch gefreut, dass ich gemeinsam mit dem Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments und Blogger Bazaar ein Wahlevent durchgeführt habe, wo tolle SpeakerInnen die Idee von Europa in meinen Augen noch einmal befeuert haben. Lea van Acken hat eindrücklich darüber gesprochen, wie viel Freiheit und kultureller Austausch durch die offenen europäischen Grenzen möglich geworden ist und wie leicht das Reisen in die Länder gemacht wurde, weil man nicht einmal die Währung umtauschen muss. Diana zur Löwen zeigte anhand einer Powerpoint Präsentation eindrücklich wie politisch sein auf Instagram und Youtube funktionieren kann und wie wichtig es ist, sich als Influencer mit politischen Themen auseinander zu setzen. Der Architekt und Autor Reinier de Graaf präsentierte uns die aktuellen Pro und Contra Europa Stimmungen und endete mit seinem Vortrag glücklicherweise positiv. Denn es ist in der Tat so, dass immer mehr junge Leute auf die Straße gehen und für ein gemeinschaftliches Europa demonstrieren.

In der Galerie gibt es einige Eindrücke vom Event, das mir wirklich ein wunderschönes, europäisches Gefühl gegeben hat. Danke, dass ihr gekommen seid!
Also, geht Sonntag wählen und macht es am besten nicht alleine. Nehmt eure Freunde und Familien mit, trefft euch vorher gemütlich zum Frühstück oder unternehmt danach zusammen was Schönes. Denn so kann man erleben, worum es bei Europa geht: Zusammenhalt!

Alles Liebe,
Marie

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