Fairknallt by Marie Nasemann – Logo Fairknallt – Logo mobile

Fairknallt – Logo short

Buchkolumne: COWS - Folge nicht der Herde

Buchkolumne: COWS - Folge nicht der Herde

[Anzeige/Ad] Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem S. Fischer Verlag entstanden

3. Januar 2019

Hallo ihr Lieben und ein frohes, neues Jahr!
Passend zum neuen Jahr, stelle ich euch zum ersten Mal auf dem Blog ein Buch vor. Ein Buch, dass ich im Dezember gelesen habe und das mich genau zur richtigen Zeit mit Inspiration versorgt hat, um mit frischen Gedanken ins neue Jahr zu starten. Denn Ende November war ich ganz schön ausgelaugt. Von einer vier monatigen Pendelei zwischen meinem Theaterengagement in Karlsruhe und meinem Leben und meiner Arbeit in Berlin. Das hat mich dann doch mehr erschöpft, als ich gedacht hätte. Und so beschloss ich im Dezember etwas runter zu fahren und mir Zeit für mich zu nehmen. Ich habe einige Jobs abgesagt, mich zu Hause eingemummelt und COWS von Dawn O'Porter gelesen.

Zunächst bezweifelte ich, durch diesen 464 Seiten starken Roman überhaupt durchzukommen. Ich lese für gewöhnlich eher dünnere Bücher und liebe das kleine Erfolgsgefühl, das sich einstellt, wenn man ein Buch zu Ende gelesen hat und es zurück ins Regal stellt. Aber nach ein paar Seiten bin ich von den persönlichen Geschichten der drei Hauptdarstellerinnen angefixt und ziemlich traurig als der Roman sich dem Ende neigt. Ich würde gern wissen, wie die Geschichten der Hauptdarstellerinnen weiter gehen. So unterschiedlich die drei Frauen sind, führen ihre Schicksale am Ende doch zusammen. Cam, Tara und Stella. So banal die Namen sind - ihre Geschichten sind komplex.

Irgendwie steckt von allen dreien Hauptcharakteren auch ein bisschen was in mir. Ich führe einen eigenen Blog, wie Cam und teile einen Großteil ihrer feministischen Ansichten, die sie mit ihren Followern teilt. Ich muss bei den Passagen schmunzeln, wie sie ihre Follower checkt und ihre Kommentare beantwortet. Ich fühle mit ihr, wenn sie sich in ihrer Familie auf Grund ihres Jobs und ihrer Meinungen manchmal wie ein schwarzes Schaf fühlt.
Tara - Achtung Spoiler! (wer nicht zuviel wissen will sollte genau jetzt aufhören zu lesen und beim nächsten Absatz wieder einsteigen) - wiederum, wird nachts in der U-Bahn heimlich beim Mastubieren gefilmt. 24 Stunden später ist sie eine Internetsensation und das Gespött der Nation. Bei ihren Passagen komme ich ins Grübeln über das Internet, werde zeitweise sehr wütend auf die Sensationsgeilheit der Menschen und fühle mit ihr, wenn sie die Außenseiterin ist und sie die anderen Mütter auf dem Schulhof keines Blickes würdigen. Das ganze Land diskutiert nämlich auch darüber, ob es in Ordnung ist, dass sie den Vater ihres Kindes nicht über die Existenz seiner Tochter informiert hat.
Die dritte im Bunde ist Stella. Sie verlor ihre Zwillingsschwester durch Krebs und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Da ihr der passende Vater fehlt, plant sie bis ins kleinste Detail Sex mit ihrem Chef. Das geht soweit, dass sie sogar vorgibt, selbst Krebs zu haben und sich die Haare abrasiert. Ich beginne mir darüber Gedanken zu machen, wie es wäre, wenn ich keinen Partner hätte, aber einen ausgeprägten Kinderwunsch. Würde ich ein Kind alleine aufziehen, statt gar keines zu haben? Wie weit wäre ich bereit für den Kinderwunsch zu gehen?

Das klingt jetzt erstmal nach ziemlich heftigen Themen und großen Fragen. Aber Dawn O'Porter kann schwere Themen, leicht und humorvoll verhandeln und ist dabei nicht parteiisch. Sie schafft es, verschiedene Seiten eines Themas glaubhaft darzustellen. Manchmal erwische ich mich beim Lesen dabei, wie ich in alten Geschlechter- und Frauenrollen denke. Fühle mich ertappt, wenn die Figuren im Buch einen Schritt weiter denken als ich. Manchmal fasse ich mir an den Kopf, wenn ich z. B. lese wie Taras Chef mit ihr umspringt und ihren Erfolg klein redet. In jedem Fall bin ich von der ersten bis zur letzten Seite gespannt dabei und ziehe eine Menge eigene Schlüsse für mein Leben und Denken aus dem Buch. Oder sagen wir besser Vorsätze. Denn "Folge nicht der Herde", wie der Untertitel des Buches lautet, ist auf jeden Fall ein perfektes Motto für mein persönliches Jahr 2019. Ein Jahr, in dem ich mich noch freier von äußeren Einflüssen und Meinungen anderer machen will. Und noch mehr meinen eigenen Weg gehen will, auch wenn ich damit bestimmt bei vielen Leuten auf Irritationen stoße.

Das Buch ist also nicht nur unterhaltsam, sondern es hat mir auch einen Blick auf mein eigenes Leben als Frau ermöglicht. COWS erscheint am 27. Februar im Buchhandel oder online (aber schaut doch mal wieder beim Buchgeschäft um die Ecke rein oder bestellt es dort, damit der Buchhandel erhalten bleibt) und wurde mir im Rahmen eines Sloganwettbewerbs bereits jetzt zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit anderen Bloggerinen, wie stryleTZ oder maridalor durfte ich mir einen persönlichen Slogan zum Buch ausdenken, wobei der beste Slogan im Rahmen einer Kampagne deutschlandweit Plakatwände schmücken wird. Und jetzt dürft ihr darüber abstimmen, welcher Slogan euch am besten gefällt! Alle Vorschläge findet ihr hier zum abstimmen!

Alles Liebe,
Marie

P.S. Schreibt mir gern in die Kommentare ob ihr in Zukunft weitere Buchtipps von mir haben wollt und welche Themen euch interessieren!

[Anzeige/Ad] Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem S. Fischer Verlag entstanden
Buchcover zur Verfügung gestellt vom S. Fischer Verlag

Das könnte dich auch interessieren

Wir verwenden Cookies, um dir das beste Nutzererlebnis bieten zu können. Wenn du fortfährst, nehmen wir an, dass du damit einverstanden bist. Weitere Infos gibts hier:Datenschutzerklärung