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Altes Kleid in neuem Glanz

Altes Kleid in neuem Glanz

10. September 2020

Hallo Ihr Lieben,
über die letzten Jahre habe ich viel dazu gelernt, wenn es darum ging, nachhaltiger mit Textilien umzugehen. Kleidung umnähen, Schuhe flicken oder die ersten Versuche, selbst etwas zu nähen habe ich schon hinter mir. Also dachte ich mir, Zeit die nächste alte Tugend auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen: Einfärben von alter Kleidung. Das Versuchsobjekt: das Kleid von meiner Bloglaunchparty, dass einige Flecken abbekommen hat, die auch in der Reinigung nicht rausgehen. Zum Wegwerfen ist es aber definitv zu schade und so habe ich mich dazu entscheiden, es schwarz zu färben. Die Frage, ob es nun sinnvoll ist, alte Kleidung neu einzufärben scheint auf den ersten Blick ganz einfach, ist sie bei genauerem Hinschauen dann aber doch nicht.

Denn das Färben von Kleidung ist mit allerhand Aufwand verbunden. Und dieser Aufwand kostet nicht nur Energie, verbraucht Wasser, sondern es kommen auch eine Menge Chemikalien zum Einsatz. Und färbe ich nun ein einziges Teil ist der Aufwand natürlich enorm viel größer und es werden verhältnismäßig mehr Chemikalien verbraucht, als wenn das Ganze in einer großen Produktion passiert, wo alle Prozesse optimiert und effizient gestaltet werden und ganz einfach bessere Standards herrschen als bei mir zuhause. Ich war kurz davor, das Ganze sein zu lassen. Aber dann siegte die Neugier und die Frage: Ist es im Vergleich zum Neukaufen nicht sinnvoller, altes Kleidung aufzubereiten?

Neu einfärben - wirklich nachhaltiger als neu kaufen?
Das Bauchgefühl sagte mir ja, denn vorhandenes zu nutzen scheint mir schon aus moralischer Überlegung sinnvoller, als neue Ressourcen zu verbrauchen. Darum haben wir ein paar Zahlen jongliert und sind zu folgendem Ergebnis gekommen. Um ein Kleid zu färben, lasse ich meine Waschmaschine einmal laufen. Das verbraucht ca. 36 Liter Wasser und 0,51 kWh Strom. Nun stießen wir auf die Problematik, dass es keine Vergleichszahlen für ein Kleid gab. Aber schon ein T-Shirt verbraucht durchschnittlich 4000 Liter Wasser im Anbau und Weiterverarbeitung inklusive Färben, eine Jeans ca. 8000 Liter. Und hier wird schnell klar, dass ein Neukauf nicht nachhaltiger sein kann, als das neu einfärben. Der Stromverbrauch wird an dieser Stelle keinen großen Unterschied machen. Bleibt noch die Frage nach den Chemikalien. Farbstoff ist nicht gleich Farbstoff. Es gibt ganz natürliche Farben, wie bspw. aus Roter Beete oder der Indigopflanze und es gibt toxische Farbstoffe, mit Schwermetallen. Die Frage ist also nicht, ob, sondern wie färbe ich meine Kleidung neu ein?

Welche Farbe ist die richtige?
Die Antwort aus Dr. Nos Sicht ist: leider, nicht mit den Farben, die man im Drogeriemarkt findet und die ich benutzt habe. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe offenbart schnell, dass dort allergene und gesundheitsschädliche Substanzen enthalten sind. Aber es gibt kaum Alternativen. Lediglich WEJA-Färbesysteme hat Dr. No entdecken können, allerdings erst, als ich dann doch auf die konventionelle Farbe zurückgegriffen hatte. Niemand ist perfekt, aber beim nächsten Mal werde ich mal die natürlichen Farben austesten. Wenn ihr das auch wollt, es gibt sie hier *hier und *hier zu kaufen.

Welche Fasern können gefärbt werden?

- Färbbare Naturfasern: Baumwolle, Leinen, Tencel lassen sich gutfärben
- Mischfasern: Mischfasern mit mind. 60 Prozent Naturfaseranteil lassen sich färben, da die synthetischen Bestandteile sich nicht färben lassen, wird das Ergebnis aber heller als bei Naturfasern

- Synthetische Fasern: lassen sich nicht färben!
- Nichtfärbbare Naturfasern: Wolle und Seide

Richtig Färben

  1. Je mehr Stoff du färbst, desto mehr Farbe wird benötigt. Wiegen hilft dabei, das beste Ergebnis zu bekommen.
  2. Das Kleidungsstück muss frisch gewaschen sein (kein Weichspüler oder sonstiges verwenden)
  3. Lege das Kleidungsstück in eine Schüssel mit Wasser und gib es anschließend in die Waschmaschine
  4. Wasche die Wäsche bei 40 Grad (ohne Waschmittel) auf der Einstellung pflegeleicht.
  5. Bereite die Farbe nach der Anleitung vor und gebe sie in das Waschpulverfach
  6. Warte, bis das Waschprogramm fertig ist. Wasche die Wäsche anschließend noch einmal, diesmal allerdings mit Waschmittel.
  7. Ergänzend kann das Kleidungsstück nachher mit ein wenig Essigessenz in einer Schüssel mit Wasser über Nacht gelagert werden. Das fixiert die Farbe zusätzlich
  8. Farbflecken in der Trommel oder dem Fach können ebenfalls mit Essig entfernt werde

Übrigens, für die ganz nahhaltigen unter euch hat *Utopia eine Anleitung zum Färben mit Pflanzenfarben. Das probiere ich dann vielleicht beim übernächsten Mal! Zu meinem Kleid: Es ist zwar leicht eingegangen, weil eigentlich darf es gar nicht in der Waschmaschine waschen und die Nähte sind weiß geblieben, aber alles in Allem finde ich kann sich das Ergebnis blicken lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass der Stoff so gut gleichmäßig eingefärbt wird und ich freue mich schon darauf, es bald wieder ausführen zu können.

Alles Liebe,
Marie

Photo Credits: Marie Hochhaus
Text: Marie Nasemann & Norian Schneider
*Redaktionelle Empfehlung: für die Nennung ist keine Gegenleistung erfolgt

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